Taranis®: Innovative Starkregenbemessung

Grundlage für die Dimensionierung wasserwirtschaftlicher Bauwerke, wie Kanäle oder Rückhaltebecken, ist der Bemessungsniederschlag. Dieser besteht aus einer Niederschlagshöhe, oder -spende, einer Dauer und zeitlichen Verteilung über die angenommene Dauer, die im statistischen Mittel alle 100 oder 1000 Jahre, je nach Dimensionierungsfall, zu erwarten ist. Da die wenigsten Beobachtungsreihen über eine solche Länge verfügen, werden die Werte mit Hilfe von statistischen Verfahren aus kürzeren Reihen gewonnen. In Hinblick auf zunehmende Starkregenereignisse gerade in urbanen Lebensräumen stößt die klassische Methodik jedoch an ihre Grenzen und führt zu einer fehlerhaften Schätzung von Niederschlagshöhen. Die Folge sind fehlerhaft dimensionierte Objekte, die entweder zu groß (d.h. teurer als notwendig) oder zu klein (d.h. nicht funktional) bemessen sind.

Methodik

Um Extremereignisse in ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit zu erfassen und bewerten zu können, werden flexible statistische Modelle benötigt. Für das Projekt TARANIS® wurde das cGEV-Modell verwendet, welches die klassische Methodik zur Schätzung von Niederschlagshöhen flexibel erweitert, jedoch gleichzeitig die Konsistenz der Schätzung zwischen den Dauerstufen, d.h. zunehmende Niederschlagshöhen für zunehmende Dauerstufen, gewährleistet. Im Vergleich zum DWA-Modell (Merkblatt DWA A-531) werden dabei die Probleme des linearen Ausgleichs behoben und somit gefährliche Unter- und Überschätzungen reduziert.

Web-Oberfläche

TARANIS stellt für das gesamte Bundesgebiet Bemessungsniederschläge mit einer räumlichen Auflösung von 5x5 km zu Verfügung. Durch eine aktuelle Datengrundlage, die kontinuierlich aktualisiert wird, sowie eine neue methodische Grundlage bietet TARANIS® eine stets aktuelle und verlässliche Information für wasserwirtschaftliche Planungen. Zusätzlich können für interessierte Regionen hochaufgelöste Raster beliebiger Auflösung unter Einbezug eigener Messnetze bestimmt werden. Ergebnisse der berechneten Jährlichkeiten für verschiedene Dauerstufen werden in einer grafischen Online-Oberfläche zur Verfügung gestellt.Die Ergebnisse können zur weiteren Verwendung als Tabelle im CSV-, PDF- oder Excel-Format exportiert werden.

Objektschutz

Um einen ausreichenden Objektschutz von exponierten Bauwerken zu erreichen, wird im Zuge einer Begehung das Gefährdungspotenzial in Abstimmung mit einer Starkregengefahren bestimmt. Dazu wird dann ein detailliertes Sensorikkonzept erstellt und dieses an ihre Hausleittechnik angepasst.

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Taranis

Ihr Ansprechpartner:

Dr.rer-nat. Svenja Fischer